Eine lange Reise
Der Kübelwagen 181 hat nordamerikanische Wurzeln – 1979 rollte er in einem Volkswagen-Werk in Mexiko vom Band. Die ersten Jahre stand er im Freien und war starker Sonne, Regen, Wind und Sand ausgesetzt. Mitte der 80er-Jahre trat er dann seine Reise nach Wolfsburg zu Volkswagen an. Dort wurde er gelagert, um in Notfällen als Vergleichsauto für Versicherungsfälle zu dienen. Hätte also bei einem gleichen Modell ein Schaden geprüft werden müssen, sollte der mexikanische Kübelwagen als Dummy herhalten. In der Fachsprache nennt man das einen Gewährleistungsrücksteller. Das war aber glücklicherweise bis 2021 nicht notwendig und so landete das geländetaugliche Militärfahrzeug bei Pablo Rother. Der technische Exponatbetreuer des ZeitHaus Automobilmuseums ist ausgebildeter KfZ-Mechaniker, alte Autos sind seine größte Leidenschaft. Schon oft hatte er sich an der Restaurierung anderer Fahrzeuge beteiligt, aber noch nie eines nahezu komplett selbst aufgearbeitet. Der Kübelwagen 181 änderte das. „Als ich den Wagen zum ersten Mal sah, habe ich einen Schreck bekommen. Optisch war er in einem sehr schlechten Zustand“, erinnert sich Pablo Rother. „Aber es hat sich glücklicherweise herausgestellt, dass alles halb so schlimm war.“
Der zweite Eindruck zählt
Der Wagen war über 40 Jahre alt, mit nur 14.000 Kilometer auf dem Tacho. Der erste Blick stimmte die ZeitHaus-Profis pessimistisch, die ungünstigen Lagerbedingungen forderten ihren Tribut: Die hintere Seitenscheibe war eingerissen, die vordere gar nicht mehr vorhanden. „Es gab keine Stelle in dem Auto, an der kein Wüstensand aus Mexiko zu finden war“, sagt Pablo Rother lachend. Alle Mechaniker waren nach der ersten Sichtung des Kübelwagens davon überzeugt, dass die Bodengruppe, der untere Teil des Fahrzeugs, marode ist. Eine genauere Inspektion zeigte aber, dass der Zustand besser war, als zuerst befürchtet. Auch der Motor war noch gut in Schuss. „Mir wurde schnell klar, dass die eigentliche Herausforderung nicht die Restaurierung, sondern die Beschaffung der Ersatzteile sein wird“, erinnert sich Rother. „Bei unseren Lieferanten war kaum etwas zu finden, wir mussten im Internet suchen, und das war nicht ganz einfach.“