Berühmter Bürzel
Es ist dieses keilförmige Etwas auf seiner Heckklappe, dem der 911 Carrera RS 2.7 seinen Spitznamen verdankt: Entenbürzel. Längst zum ikonisch-legendären Fahrzeugteil geworden, macht die ungewöhnliche Form – ein absolutes Novum – das Design- und Vertriebsteam von Porsche im Frühsommer 1972 fassungslos. Denn damals sind der 911 und andere Rennautos wie eine Tragfläche geformt – unten glatt, oben gewölbt und nach hinten spitz zulaufend. Doch eine solche Form verursacht Auftrieb, und Auftrieb bedeutet eine schlechtere Performance. Ein Argument, das die Kritiker überzeugen wird, schließlich sind im Rennsport Hundertstelsekunden entscheidend. Ziel der Ingenieure Hermann Burst und Tilman Brodbeck sowie des Stylisten Rolf Wiener ist es also, die Aerodynamik des 911 zu verbessern, um den Auftrieb an Vorder- und Hinterachse zu minimieren. Im Windkanal experimentieren sie zunächst mit Holzklötzen und dünnen Blechen, mit denen sie eine Abrisskante erzeugen. Nach nur zwei Versuchstagen schrumpft der Auftriebsbeiwert (cA) am Heck um zwei Drittel, von 0,29 cA auf 0,08 cA, die Höchstgeschwindigkeit wächst auf damals atemberaubende 240 Stundenkilometer. Vom Labor geht es auf die Piste, um die genaue Höhe und Breite des Heckspoilers festzulegen. Der Entenbürzel schafft es, dass der 911 Carrera RS 2.7 bei schneller Fahrt Richtung Straße gedrückt und der Heckmotor mit zusätzlicher Kühlluft versorgt wird. Ursprünglich als Nachrüstsatz gedacht, erhält der 911 Carrera RS 2.7 das Set aus Heck- und Bugspoiler als Serienausstattung – und löst weltweit eine regelrechte Spoiler-Welle aus.