Die Anfänge
Sanft geschwungene Kurven treffen auf einen sportlichen Appeal: Bis heute steht das Design des ersten Roadsters für Schnelligkeit, Fahrspaß und Aerodynamik. Verantwortlich für das Design zeichnete Erwin Komenda, seinerzeit Leiter der Karosseriebauabteilung bei Porsche, der schon den Look des VW Käfer maßgeblich geprägt hatte. Das Fahrwerk selbst war ein gefertigter Stahl-Gitterrohrrahmen mit Vorder- und Hinterachse des Käfer. Auf dieses Gerüst ließ Ferry Porsche dann die selbst entworfene Karosserie aus Aluminiumblechen montieren.
Das Ergebnis war beeindruckend, es gab nur ein Problem: Die Nachkriegsjahre waren geprägt von einer eher zurückhaltenden Stimmung. Die Verwüstungen des zweiten Weltkriegs waren noch allgegenwärtig, die Bevölkerung verarmt. Ein Sportwagen in einer Zeit des Mangels – wer sollte den kaufen?
Die Lösung lieferten zwei Schweizer Unternehmer, die an die Marktchancen des Roadsters glaubten. Rupprecht von Senger und Bernhard Blank beauftragen im Jahr 1948 eine Produktion von 50 Modellen des Porsche 356. Gebaut wurden sie im im österreichischen Gmünd, verkauft werden sollten die Modelle in der vom Krieg verschont gebliebenen Schweiz. Außerdem unterstützte Rupprecht von Senger die Fertigung, indem er über die Schweiz Ersatzteile, Reifen und Leichtmetallbleche organisierte und nach Österreich lieferte.
Mit seinem auf 26 kW/35 PS frisierten Volkswagen Motor feierte der Porsche Nr. 1 seine Pressevorstellung am 4. Juli 1948 vor dem Grand Prix der Schweiz in Bern. Drei Tage später erschien in der Automobil Revue, einer Schweizer Automobilzeitschrift und der ältesten Autofachzeitschrift Europas, der erste Pressebericht über den „jüngsten Spross eines großen Namens“. Das erste Mal vor großem Publikum präsentierte sich der Porsche 356, dann schon als geschlossenes Coupé, auf dem Genfer Salon 1949.