Wer vor dem Cord 812S aus dem Jahr 1937 steht, bemerkt sofort die ungewöhnliche Front. Die berühmte „Sargnase“ dominiert das Design: eine Motorhaube ohne klassischen Kühlergrill, stattdessen geprägt von horizontalen, umlaufenden Rippen. Doch etwas fehlt. Die Kotflügel sind glatt und aerodynamisch geformt, von Scheinwerfern keine Spur.
Das war Absicht. Der Designer Gordon Buehrig genoss bei diesem Projekt völlige gestalterische Freiheit. Er wollte eine ununterbrochene Linienführung schaffen, die Geschwindigkeit und Eleganz ausstrahlt. Seine Lösung für die notwendige Beleuchtung fand er nicht im Automobilbau, sondern in der Luftfahrttechnik.
Technik aus dem Cockpit
Die Scheinwerfer des Cord 812S sind eigentlich Landelichter aus dem Flugzeugbau. Dort waren sie konzipiert, um bei nächtlichen Landeanflügen aus den Tragflächen geklappt zu werden und die Piste auszuleuchten. Buehrig adaptierte diese geniale Idee für den Asphalt und schuf damit eines der ersten Autos mit Klappscheinwerfern („Schlafaugen“).