Vom Polo zum ID. Polo: Geschichte einer Transformation
In der Autostadt treffen fünf Jahrzehnte Polo-Historie auf die elektrische Zukunft von Volkswagen. Wie ein vertrautes Modell zum Symbol einer neuen Ära wird.
Als eines der zentralen Bindeglieder verbindet die Stadtbrücke Wolfsburg die Autostadt mit der Innenstadt. Doch wo früher Fußgänger nur eilig den Mittellandkanal überquerten, ist seit März 2024 im Zuge einer umfassenden Modernisierung ein neuer Aufenthaltsort entstanden. Erstmals mit Sitzgelegenheiten unter der schützenden Überdachung ausgestattet, lädt die Brücke nun dazu ein, eine Pause einzulegen und den Ausblick auf das einzigartige Panorama zu genießen.
„Mit der Modernisierung der Stadtbrücke haben wir gleich drei Ziele auf einmal erreicht“, sagt Ralf Kösters, der als Leiter Infrastrukturmanagement die gesamte Technik der Autostadt verantwortet. Das erste davon war der Rückbau der vier automatischen Laufbänder, die ursprünglich im Bereich der Bahnlinie und des Mittelandkanals der Brücke montiert waren. Sie waren am Ende ihres Lebenszyklus angekommen. Der durch den Rückbau eingesparte Strom leistet einen großen Beitrag zur Erreichung der Energieziele der Autostadt.
Das zweite Ziel war die Modernisierung, bei der die Aufenthaltsqualität gesteigert werden sollte. Mit dem Rückbau ergab sich zusätzlicher Platz auf der gesamten Brücke – und damit die Möglichkeit, mit Sitzbänken, Schutzdach und Bepflanzung einen Raum zu schaffen, der zum Pausieren einlädt. Und nicht zuletzt war es für die 1999 errichtete Brücke an der Zeit für einen neuen Bodenbelag – das dritte Ziel des Projekts. „Die Brücke dehnt sich in heißen Sommern um bis zu 15 Zentimeter zu beiden Seiten, da ist also einiges an Bewegung drin“, berichtet Jörg Dahmer, der bei der Autostadt als Leiter technisches Projektmanagement für die Brückenmodernisierung verantwortlich war. Das Bauwerk hat daher nun einen neuen, flexibleren Bodenbelag erhalten. Außerdem wurden im Zuge der Arbeiten auch das Brückengeländer sowie der gesamte Brückenkörper samt Unterseite saniert und neu gestrichen.
Eine echte Herausforderung
„Das alles war anspruchsvoll und herausfordernd“, sagt Inna Kiselev, die als Projektmanagerin die Arbeiten geleitet hat. Schließlich überspannt die Stadtbrücke zehn Bahngleise, von denen einige zur wichtigen Zugverbindung zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet gehören, sowie den Mittellandkanal, auf dem jeden Tag zahlreiche Binnenschiffe unterwegs sind. Das machte besondere Sicherungsmaßnahmen bei allen Arbeiten sowie detaillierte Absprachen mit allen Beteiligten nötig.
Ein Beispiel dafür ist der schwimmende Ponton, dessen Einsatz zum Streichen der Brückenunterseite vom Kanal aus stets mit dem zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt abgesprochen werden musste. Noch komplizierter waren die Arbeiten über den Gleisen, auf denen der Zugverkehr möglichst ohne Behinderungen rollen sollte. Gerüste auf beiden Seiten der Brüstung haben für Sicherheit für die darunter durchfahrenden Züge gesorgt, während Arbeiter Stück für Stück das Brückengeländer abgenommen, mit neuem Korrosionsschutz versehen und wieder angeschweißt haben. Nach Abschluss eines Abschnitts wurden die Gerüste dann weitergeschoben. Nur in Ausnahmefällen kam es gemeinsam mit der Deutschen Bahn zu kurzen Sicherheitssperrungen der Gleise.
Weitere Herausforderungen waren Lärmbelästigungen für Anlieger auf beiden Seiten der Brücke, die möglichst gering gehalten wurden, sowie immer wieder Teilsperrungen des Wegs für Fußgängerinnen und Fußgänger. „Wir hatten jetzt fast zwei Jahre lang ein kleines Labyrinth auf der Brücke, durch das man laufen musste, um von A nach B zu gelangen“, sagt die Projektleiterin Kiselev. Jetzt aber ist die gesamte Brücke wieder frei zugänglich, Besucherinnen und Besucher können den Ort einfach genießen.
Einladend und begrünt
Die Umgestaltung der Stadtbrücke folgt der neuen Nachhaltigkeitsstrategie der Autostadt – und zeigt exemplarisch, wie die Dimensionen Natur und Gesellschaft im Einklang stehen können. So sorgt die ganzjährige Begrünung mit pflegeleichten, winterharten Gräsern auch an heißen Tagen für eine angenehme Aufenthaltsqualität. „Mit der Begrünung schaffen wir nicht nur ein ästhetisches Umfeld, sondern leisten auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Lebensqualität in der Stadt“, sagt Silvia Dreißig, die in der Autostadt für Umwelt, Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement verantwortlich ist.
Als Teil des Aufbaus wird demnächst noch ein Beleuchtungskonzept im Boden auf beiden Seiten des Holzbelages installiert. Dieses kann je nach Anlass in unterschiedlichen Farben bespielt werden. „Mit all diesen Neuerungen zeigen wir, dass die Autostadt mit der Zeit geht und sich beständig weiterentwickelt“, sagt der Leiter des Infrastrukturmanagements, Ralf Kösters.