Der große Erfolg war dem Golf am Anfang seiner Geschichte allerdings noch nicht sicher. Als am 29. März 1974 der erste Golf vom Band rollte, ruhte viel Hoffnung auf dem neuen Volkswagen Modell. Der Käfer, der bisherige Verkaufsschlager des Unternehmens drohte seinen Platz auf der Überholspur zu verlieren. Eine neue Zeit brachte neue Bedürfnisse mit sich: Mehr Leistung, ein neues Design und moderne Technik waren gefragt. Ein neues Zugpferd musste gefunden werden.
Die Herausforderung bestand darin, ein Fahrzeug zu entwerfen, das in den stürmischen 70er Jahren so zukunftsweisend war, wie der Käfer es seinerzeit in den 30er Jahren war. Dazu musste eine völlig neue Fahrzeugarchitektur entwickelt werden. Unter der Leitung von Chefdesigner Giorgetto Giugiaro nahm der Golf langsam Gestalt an – mit einer schlichten, funktionalen und doch charakteristischen Karosserieform: Der markante Fließheckstil war geboren. Es war ein klarer Bruch mit der rundlichen Form des Käfers – das neue Design stand für Modernität, Sachlichkeit und Zeitlosigkeit. Die Entscheidung, den Frontmotor und Frontantrieb quer einzubauen, verbesserte nicht nur die Geräumigkeit im Innenraum, sondern optimierte auch das Fahrverhalten. Das konnte bis dahin noch kein anderes Fahrzeug dieser Klasse bieten.
Bevor der Golf in Serie ging, wurde er auf Herz und Nieren geprüft: Von den herausfordernden Serpentinen in den Alpen bis zu den glühend heißen Wüstenstraßen in Arizona – sowie dem legendären Härtetest auf einer Fahrt von Alaska nach Feuerland. Jedes Detail, jede Schraube wurde genau unter die Lupe genommen und wenn nötig verbessert. Das Ziel war klar: absolute Zuverlässigkeit und höchste Qualität.